Welche Materialien enthalten oft Asbest?
Asbest wurde in Deutschland bis zum vollständigen Verbot im Jahr 1993 in einer Vielzahl von Bauprodukten verarbeitet. Wer ein Gebäude aus dieser Zeit besitzt oder saniert, sollte bestimmte Materialien grundsätzlich als verdächtig betrachten – auch wenn Asbest äußerlich nicht zu erkennen ist.
Die häufigsten asbesthaltigen Materialien, die bei Renovierungen oder Abrissarbeiten auftauchen:
- Wellenplatten und Flachplatten aus Asbestzement (Eternit) auf Dächern, Carports oder Garagen
- Fassadenverkleidungen aus grauen oder farbigen Zementplatten
- Vinylbodenbeläge (Floor-Flex-Platten) und der dazugehörige Kleber
- Rohrisolierungen in Heizungs- und Lüftungsanlagen älterer Gebäude
- Nachtspeicheröfen der Baujahre 1950 bis 1980
- Spachtelmassen, Putze und Kleber in Innenräumen
- Brandschutzplatten und Dämmstoffe hinter Verkleidungen
- Garagen- und Schutzwellenplatten in Kleingärten und Nebengebäuden
Faustregel zum Baujahr
Gebäude, die vor 1993 errichtet wurden, können asbesthaltige Bauteile enthalten. Die einzig verlässliche Aussage liefert jedoch eine Laboranalyse – optisch lässt sich Asbest nicht von asbestfreien Materialien unterscheiden. Unsicher, ob Ihr Material Asbest enthält? Zur Asbestprüfung & Beratung

Darf man Asbest selbst entsorgen?
Diese Frage beschäftigt viele Eigentümer – vor allem dann, wenn es nur um ein paar Wellplatten geht und man die Kosten gering halten möchte. Die ehrliche Antwort ist: In den allermeisten Fällen nein, und das aus sehr gutem Grund.
Was das Gesetz sagt
Schwach gebundener Asbest – dazu zählen Spritzasbest, asbesthaltige Dämmmaterialien und bestimmte Spachtelmassen – darf in Deutschland ausnahmslos nur von zertifizierten Fachbetrieben nach TRGS 519 entfernt und entsorgt werden. Es gibt keine Ausnahme für Privatpersonen, keine Bagatellgrenze, keine Selbsthilfe-Regelung.
Bei fest gebundenem Asbest, wie er in Eternit-Platten vorkommt, gibt es theoretisch Regelungen, die unter sehr engen Bedingungen eine Handhabung durch Privatpersonen zulassen. Diese unterscheiden sich je nach Bundesland, und die Entsorgung auf einer Sondermülldeponie bleibt in jedem Fall Pflicht. Ein normaler Wertstoffhof nimmt asbesthaltiges Material grundsätzlich nicht an.
Gesundheitswarnung
Asbestfasern sind mikroskopisch klein und bleiben beim Einatmen in der Lunge haften. Die Folgeerkrankungen – Asbestose, Lungenkrebs, Mesotheliom – treten oft erst 15 bis 40 Jahre nach der Exposition auf. Es gibt keine Mindestdosis, die als unbedenklich gilt. Jede unnötige Faserfreisetzung ist ein vermeidbares Risiko.
Warum trotz theoretischer Ausnahmen eine Fachfirma die richtige Wahl ist
Selbst wenn eine Ausnahme theoretisch zutrifft: Ohne professionelle Schutzausrüstung, ohne Kenntnisse über den Materialzustand und ohne geeignete Verpackung riskieren Sie nicht nur Ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Ihrer Nachbarn. Dazu kommt: Als Privatperson können Sie asbesthaltiges Material nicht einfach zur Deponie bringen. Sondermülldeponien akzeptieren asbesthaltigen Abfall nur mit den richtigen Begleitscheinen und Entsorgungsnachweisen, die ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe ausstellen können. Mehr zur fachgerechten Asbestentsorgung
Fest oder schwach gebunden – der entscheidende Unterschied
Die wichtigste Unterscheidung im gesamten Thema Asbestentsorgung ist die zwischen fest gebundenem und schwach gebundenem Asbest. Diese Einteilung bestimmt, wie gefährlich das Material ist, welche Schutzmaßnahmen nötig sind und wie hoch die Entsorgungskosten ausfallen.
| Merkmal | Fest gebunden | Schwach gebunden |
|---|---|---|
| Typische Materialien | Eternitplatten, Asbestzement-Wellplatten, Fassadenplatten | Spritzasbest, asbesthaltige Dämmstoffe, manche Bodenkleber |
| Faserfreisetzung | Gering bei intaktem, unbearbeitetem Material | Auch bei geringer mechanischer Belastung möglich |
| Schutzmaßnahmen | FFP3-Atemschutz, Schutzanzug, Benetzung | Vollschutz, Unterdruckhaltung, Abschottung, Freimessung |
| Fachfirma Pflicht? | Dringend empfohlen; bei Gewerbe und größeren Mengen Pflicht | Immer Pflicht (TRGS 519) |
| Entsorgungskosten | Geringer (vergleichsweise) | Deutlich höher durch aufwendige Schutzmaßnahmen |
Entscheidend: Fest gebundener Asbest kann durch Verwitterung, Beschädigung oder mechanische Bearbeitung in einen gefährlicheren Zustand übergehen. Ein verwittertes Garagendach mit alten Eternitplatten kann daher mehr Fasern freisetzen als eine intakte Platte – auch wenn es dasselbe Material ist. Lassen Sie den Zustand immer von Fachleuten einschätzen. Zur Asbestdemontage
Was kostet die Asbestentsorgung?
Die häufigste Frage, die Eigentümer stellen: Was wird das kosten? Eine seriöse Antwort lässt sich ohne Kenntnis des konkreten Objekts nicht geben – zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Dennoch lassen sich aus unserer Erfahrung von über 500 Projekten in Berlin und Brandenburg realistische Richtwerte nennen.
| Leistung | Kostenbereich (netto) | Hinweis |
|---|---|---|
| Laboranalyse einer Materialprobe | 30 - 80 Euro | Meist mehrere Proben nötig |
| Eternitplatten demontieren (pro m²) | 25 - 50 Euro | Fest gebunden, Außenbereich |
| Wellplatten Dach (pro m²) | 35 - 70 Euro | Gerüst ggf. extra |
| Asbesthaltige Bodenbeläge (pro m²) | 40 - 90 Euro | Inkl. Kleber, Innenraum |
| Fassade aus Asbestzementplatten (pro m²) | 50 - 120 Euro | Gerüst immer erforderlich |
| Verpackung & Entsorgung (pro Tonne) | 250 - 450 Euro | Sondermüllgebühren Berlin/Brandenburg |
| Freimessung nach Innensanierung | 300 - 800 Euro | Bei schwach gebundenem Asbest Pflicht |
Alle Preise sind Nettowerte ohne Mehrwertsteuer. Verbindliche Angebote nur nach Objektbewertung.
Welche Faktoren treiben die Kosten?
Die wichtigsten Preistreiber sind die Art des Materials (fest oder schwach gebunden), die Menge, die Zugänglichkeit der Baustelle und ob ein Gerüst oder eine Hebebühne benötigt wird. Hinzu kommen die Schutzmaßnahmen, die je nach Gefährdung erheblich variieren, sowie die Deponiegebühren. Eine vollständige Aufstellung aller Kostenfaktoren mit Beispielrechnungen: Was kostet eine Asbestsanierung? Preise, Faktoren & Beispiele

So läuft die Entsorgung mit einer Fachfirma ab
Der Ablauf einer professionellen Asbestentsorgung folgt einem klaren, durch die TRGS 519 geregelten Prozess. Das gibt Sicherheit – für Sie als Auftraggeber, für die Mitarbeiter und für die Umgebung.
Erste Einschätzung & Materialprobe
Wir bewerten das Material anhand von Fotos oder bei einer Objektbesichtigung. Bei Bedarf wird eine Laborprobe entnommen (Ergebnis in 2–5 Werktagen, Kosten: 30–80 € pro Probe).
Sanierungskonzept & Angebot
Auf Basis des Laborbefunds erstellen wir ein individuelles Sanierungskonzept mit transparenter Aufschlüsselung aller Kosten: Demontage, Schutzmaßnahmen, Verpackung, Transport und Entsorgung.
Baustelle absichern
Der Arbeitsbereich wird abgesperrt und gesichert. Bei Innenräumen werden angrenzende Bereiche abgedeckt und abgedichtet. Bei schwach gebundenem Asbest erfolgt eine vollständige Abschottung mit Unterdruckhaltung.
Fachgerechte Demontage
Das Material wird so schonend wie möglich entfernt: möglichst im Ganzen, befeuchtet um Staubentwicklung zu minimieren, ohne Sägen oder Schleifen. Alle Mitarbeiter sind nach TRGS 519 geschult.
Verpackung in zugelassene Big Bags
Das demontierte Material wird unmittelbar vor Ort in zugelassene, staubdicht verschlossene und gekennzeichnete Behälter verpackt. Kein Transport von unverpacktem asbesthaltigen Material.
Transport & Deponierung
Der Transport erfolgt mit zugelassenen Fahrzeugen und den gesetzlich vorgeschriebenen Begleitpapieren. Die Deponierung auf einer Sondermülldeponie ist der einzige legale Entsorgungsweg.
Reinigung, Freimessung & Dokumentation
Der Arbeitsbereich wird gereinigt (bei Innenräumen mit HEPA-Industriesaugern). Bei schwach gebundenem Asbest in Innenräumen folgt eine Pflicht-Freimessung der Raumluft. Sie erhalten einen vollständigen Entsorgungsnachweis für Behörden und Versicherungen.
Den gesamten Ablauf von der ersten Analyse bis zur Freigabe des Gebäudes ausführlich beschrieben: Wie läuft eine Asbestsanierung ab? Schritt für Schritt erklärt

Deponie & Entsorgungswege in Berlin & Brandenburg
Asbesthaltiger Abfall ist in Deutschland als gefährlicher Abfall (Abfallschlüssel 17 06 01* und 17 06 05*) klassifiziert und unterliegt dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). Er darf ausschließlich auf speziell dafür genehmigten Sondermülldeponien entsorgt werden. Normale Deponien, Wertstoffhöfe oder Bauschutt-Container kommen nicht in Frage.
Wie Fachfirmen die Entsorgung in Berlin abwickeln
In Berlin und Brandenburg existieren zugelassene Entsorgungsanlagen für asbesthaltigen Sondermüll. Der Zugang ist auf autorisierte Betriebe beschränkt. Als zertifizierter Fachbetrieb verfügt Protec über die notwendigen Transportzulassungen und Entsorgungsverträge, um asbesthaltige Materialien direkt und rechtssicher zur Deponie zu bringen. Für jede Entsorgung werden Begleitscheine ausgestellt, die lückenlos dokumentieren, welches Material in welcher Menge auf welcher Deponie entsorgt wurde.
Auch kurzfristig in ganz Berlin einsatzbereit
Wir sind berlinweit im Einsatz – von Pankow über Charlottenburg und Tempelhof bis nach Spandau, Marzahn und in die Brandenburger Umgebung. In vielen Fällen ist eine erste Einschätzung noch am selben Tag möglich.
Sonderfall: Kleine Mengen & Garagenabbrüche
Bei kleinen Projekten wie Garagenabbrüchen mit asbestzementhaltigen Wellplatten stellen sich Eigentümer oft die Frage, ob sie die Platten selbst zur Deponie bringen können. In der Praxis ist das ohne Entsorgungsnachweise und Transportdokumentation kaum möglich. Wir übernehmen auch kleine Projekte und erstellen alle notwendigen Unterlagen.

Illegale Entsorgung: Risiken & rechtliche Konsequenzen
Immer wieder werden asbesthaltige Materialien illegal entsorgt – im normalen Bauschutt, im Wald, auf Brachflächen oder im Hausmüll. Das ist keine Ordnungswidrigkeit im kleinen Stil. Es handelt sich um eine schwerwiegende Straftat mit erheblichen Folgen.
Rechtliche Konsequenzen
- Strafbarkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und § 326 StGB
- Bußgelder im vier- bis fünfstelligen Bereich
- Haftung für die Kosten einer behördlich angeordneten Nachentsorgung
- Zivilrechtliche Haftung für Gesundheitsschäden bei betroffenen Dritten
- Versicherungsrechtliche Konsequenzen bei fehlender Dokumentation
Wer asbesthaltige Materialien ohne Schutzmaßnahmen handhabt oder transportiert, riskiert außerdem die eigene Gesundheit. Asbestfasern setzen sich beim Einatmen in der Lunge fest und sind nicht mehr entfernbar. Die Folgeerkrankungen treten erst Jahrzehnte später auf – was die Gefahr im Alltag leicht unterschätzen lässt. Zur Schadstoffsanierung
Checkliste: Das müssen Sie vor der Anfrage vorbereiten
Je vollständiger Ihre Angaben bei der Anfrage, desto schneller können wir ein konkretes Angebot erstellen:
Checkliste für Ihre Anfrage
- 1Fotos des Materials – Nahaufnahme und Gesamtansicht
- 2Baujahr des Gebäudes, wenn bekannt
- 3Art des Materials (Wellplatten, Boden, Fassade, Rohre …)
- 4Ungefähre Fläche in Quadratmetern oder Anzahl der Platten
- 5Zustand des Materials – intakt, verwittert, beschädigt
- 6Zugänglichkeit – ebenerdig, Gerüst nötig, Treppenhaus, Hofzufahrt
- 7Geplanter Zeitrahmen für die Entsorgung
- 8Laborergebnis, falls bereits vorhanden
- 9Informationen zu geplanten Folgearbeiten (z. B. Neubedachung, Fassadenputz)
Sie müssen für eine erste Einschätzung nicht persönlich vor Ort sein. Schicken Sie uns einfach Fotos per E-Mail – in vielen Fällen können wir bereits darauf basierend ein erstes Angebot erstellen. Zur Asbestprüfung & Beratung

Häufige Fragen zur Asbestentsorgung
Darf man Asbestplatten selbst entsorgen?
Für Privatpersonen gibt es in einzelnen Bundesländern enge Ausnahmeregelungen für fest gebundenen Asbest (z. B. Eternit-Platten) in sehr kleinen Mengen. Schwach gebundener Asbest darf ausnahmslos nur von zertifizierten Fachfirmen nach TRGS 519 entfernt und entsorgt werden. In der Praxis ist die Selbstentsorgung auch bei fest gebundenem Asbest problematisch, weil die Deponierung auf Sondermülldeponien einen Entsorgungsnachweis erfordert, den Privatpersonen nicht ausstellen können.
Was kostet es, Asbest entsorgen zu lassen?
Die Entsorgungskosten auf Sondermülldeponien liegen bei 250 bis 450 Euro pro Tonne. Hinzu kommen Kosten für Demontage (25–120 € pro m² je nach Material), Verpackung und Transport. Gesamtkosten beginnen für kleine Projekte bei ca. 1.300 Euro (Garagendach 25 m²) und können für ein Einfamilienhaus mit Dach und Fassade 8.000–12.000 Euro betragen. Für eine genaue Kalkulation ist eine Objektbewertung notwendig.
Wo kann man Asbest in Berlin entsorgen?
Asbest gilt als gefährlicher Sonderabfall und muss auf speziell zugelassenen Sondermülldeponien entsorgt werden. Als Privatperson haben Sie keinen direkten Zugang zu diesen Anlagen – weder ohne Entsorgungsnachweis noch ohne Transportdokumentation. Eine zertifizierte Fachfirma übernimmt Transport, Deponierung und die vollständige Dokumentation inklusive Entsorgungsnachweis.
Woran erkenne ich Asbest in alten Bauteilen?
Asbest lässt sich nicht mit bloßem Auge erkennen. Als Faustregel gilt: Gebäude vor 1993 können asbesthaltige Bauteile enthalten. Typische Verdachtsmaterialien sind graue Wellplatten auf Dächern oder Fassaden, alte Vinylbodenbeläge (Floor-Flex), Rohrisolierungen, Nachtspeicheröfen und Spachtelmassen aus dieser Zeit. Nur eine Laboranalyse einer Materialprobe gibt verbindliche Gewissheit.
Was passiert, wenn man Asbest illegal entsorgt?
Illegale Asbestentsorgung ist eine Straftat nach § 326 StGB und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es drohen Bußgelder im vier- bis fünfstelligen Bereich, Haftung für eine behördlich angeordnete Nachentsorgung und zivilrechtliche Schadensersatzansprüche. Dazu kommt das erhebliche Gesundheitsrisiko durch unkontrollierte Faserfreisetzung.
Was ist der Unterschied zwischen fest und schwach gebundenem Asbest?
Fest gebundener Asbest (z. B. Eternitplatten) ist eng mit dem Trägermaterial verbunden und setzt bei intaktem Zustand kaum Fasern frei. Schwach gebundener Asbest (z. B. Spritzasbest) kann bereits durch geringe Erschütterungen gefährliche Fasern freisetzen. Der Unterschied bestimmt den Aufwand der Sanierung, die notwendigen Schutzmaßnahmen und die Kosten. Schwach gebundener Asbest erfordert immer eine nach TRGS 519 zertifizierte Fachfirma.
Benötige ich nach der Entsorgung einen Nachweis?
Ja. Für jede fachgerechte Asbestentsorgung ist ein Entsorgungsnachweis mit Begleitschein gesetzlich vorgeschrieben. Er dokumentiert, welche Materialien in welcher Menge auf welcher Deponie entsorgt wurden. Der Nachweis ist für Behörden und Versicherungen relevant und wird bei einem späteren Immobilienverkauf benötigt.
Muss ich bei der Asbestentsorgung zuhause ausziehen?
Das hängt vom Ort der Arbeiten ab. Bei Außenarbeiten (Dach, Fassade) können Bewohner in der Regel im Gebäude bleiben, sollten aber während der Arbeiten Fenster und Türen geschlossen halten. Bei Sanierungen im Innenbereich – besonders bei schwach gebundenem Asbest – ist ein vorübergehender Auszug aus den betroffenen Bereichen oft notwendig. Wir klären das individuell im Vorfeld.
Asbest fachgerecht entsorgen lassen
Senden Sie uns Fotos Ihres Objekts und erhalten Sie eine erste Einschätzung. Kostenlos, unverbindlich und rechtssicher dokumentiert.